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Newsfeeds synchronisieren

So, ich will auch mal wieder etwas von mir geben… :) Letzte Woche habe ich meinen alten Laptop (liebevoll den “kleinen” genannt) mal wiederbelebt. Ihm war kurz nachdem ich alle Daten auf meinen neuen Laptop kopiert hatte die Festplatte kaputt gegangen. Letztens hatte ich ihn mal wieder auf dem Schoß und dabei ist mir aufgefallen, dass es manchmal ganz schick ist, sich einfach den Rechner schnappen zu können und sich auf’s Sofa zu knallen. Oder so. Das kann ich mit meinem Asus G2S leider nicht machen – dafür ist es einfach zu groß und zu schwer. (Aber dafür war es auch nie gedacht.) Und ja, ich weiß, dass diese Erkenntnis quasi alle Netbook-Besitzer vor mir hatten…und dass ein Netbook den Zweck besser erfüllt…aber ich bin auch nur Student. ;)

Wie dem auch sei – jetzt habe ich wieder zwei Rechner. Und mittlerweile kann man ja wirklich alles synchronisieren: Lesezeichen (und sogar selbst definierte Suchmaschinen) kann der Opera von sich aus. E-Mails sind klar – hier hat sich seit Jahren IMAP etabliert und ich hab zum Glück keine POP3-Accounts mehr. (Trotzdem kenne ich jemanden, der POP3 sogar vorzieht, aber begründen kann er das leider nicht.) Was bleibt sind die Newsfeeds und die Chatlogs. Für letztere suche ich noch nach einer praktikablen Lösung.

Bisher habe ich immer den Opera für die Feeds verwendet, allerdings können diese (vermutlich aufgrund der vielen Änderungen) nicht synchronisiert werden. Mit “synchronisieren” meine ich nicht nur, welche Feeds abgerufen werden sondern auch welche bereits gelesen wurden – sonst hab ich immer eine ganze Latte ungelesener Nachrichten und das ist auch nicht gut. Ich habe mich ein wenig umgeschaut und als einzige einigermaßen sinnvolle Lösung erschien mir das kleine Programm feed2imap für Linux. Dieses Tool fragt alle Feeds ab und erstellt ungelesene E-Mails in einem IMAP-Konto. Dabei erzeugt es die E-Mails direkt in einem, für jedes Feed separat einstellbaren, Unterordner des E-Mail-Accounts. Einen Nachteil hat die Lösung allerdings: man braucht einen Linux-Rechner, der ständig online ist (den ich zum Glück habe).

Zunächst galt es, einen passenden E-Mail-Account zu finden. Ich wollte gerne einen separaten Account haben, weil ich den dann im Thunderbird einfach einklappen kann, wenn er mich mal nicht interessiert. Es ist gar nicht so einfach, einen Freemailer ohne Werbung, mit IMAP und auch noch mit Unterstützung für Unterordner zu finden. Aber www.eml.cc schafft es, diese drei Wünsche auf einmal zu erfüllen. Und ist dabei sogar relativ schnell im Zugriff. (Ich habe einige andere Hoster ausprobiert…)

Bleibt noch das Einrichten von feed2imap. Da ich auf meinem Server ein Debian einsetze und das Programm in den Repositories vorhanden ist, reicht ein einfaches apt-get install feed2imap zur Installation. Die Konfigurationsdateien sehen ein wenig merkwürdig aus und lassen sich jetzt hier im WordPress auch nicht richtig formatieren, weshalb ich einfach eine Beispieldatei an den Artikel anhänge. Wie man darin sieht, sind für jedes Newsfeed drei Zeilen vorgesehen, die eigentlich selbsterklärend sind.

In den Zeilen target sieht man einige Besonderheiten, die www.eml.cc beim Zugriff über IMAP hat. Zum einen muss der Login-Name die Domain, durch ein Gleichheitszeichen = getrennt, enthalten. Ich vermute, dass der Hoster mehrere Domains auf dem Server mail.messagingengine.com vereint. Zum anderen werden keine Schrägstriche sondern Punkte als Trenner von Verzeichnisnamen benutzt. Meine Feeds sollen also alle im IMAP-Verzeichnis INBOX/Feeds/MCN landen, das ich vorher in meinem Mail-Programm angelegt habe.  Das Passwort muss natürlich auch angelegt werden, aber das ist klar, glaube ich. In den Einstellungen von www.eml.cc kann man übrigens einstellen, dass das Feeds-Verzeichnis auf derselben Stufe wie der Posteingang angezeigt wird, obwohl das eigentlich falsch ist.

Nun ist es natürlich ein wenig umständlich, feed2imap ständig von Hand zu starten, also habe ich mir einen cronjob angelegt. Okay, mehrere – da ich relativ viele Feeds verfolge, habe ich sie in drei Gruppen geteilt: eine deren Feeds alle fünf Minuten abgerufen werden und je eine für die Feeds, die alle 60 bzw. 180 Minuten geprüft werden sollen. Meine Crontab sieht zum Beispiel so aus: (insgesamt sind es fünf Zeilen, die kurzen gehören noch zur jeweils letzten…)

# m h dom mon dow command
*/5 * * * * /usr/bin/feed2imap -f /home/kgraefe/.feed2imap/5mins > /dev/null 2>&1
2 * * * * /usr/bin/feed2imap -f /home/kgraefe/.feed2imap/60mins > /dev/null 2>&1
7 */3 * * * /usr/bin/feed2imap -f /home/kgraefe/.feed2imap/180mins > /dev/null 2>&1
#*/5 * * * * /usr/bin/feed2imap > /dev/null 2>&1

Was die einzelnen Zeilen zu bedeuten haben, kann jeder mit Hilfe des Wiki-Artikels selbst herausfinden. Mein Artikel ist eh schon viel zu lang, wie ich finde.

Nun kann man bequem von jedem Rechner aus auf das E-Mail-Konto zugreifen und ungelesene Newsfeeds lesen und für alle anderen Rechner als gelesen markieren (bzw. löschen). Man sollte natürlich alle Ordner auf neue Nachrichten überprüfen lassen.

Gute Nacht.

Angehängte Dateien:

feed2imaprc (198)

  1. 26. Januar 2010, 09:02 | #1

    Linux 24/7 on fehlt bei mir…. was mich aber mal interessieren würde ob du die “klassischen” Sachen wie GoogelReader oder Bloglines getestet hast.
    Nach vielen probieren bin ich von Opera, über Feeddemon, Thunderbird, Googelreader bei Bloglines hängen geblieben.
    Dein Lösungsweg Feed per Mail ist mir neu, mal schaun ob es da was für die Windows Welt gibt, wobei ich es dann gerne nicht als Server / Dienst bei mir laufen lassen würde.

  2. 26. Januar 2010, 10:15 | #2

    Hm…nein habe ich nicht. Aber klingt interessant…wenn sich das Webinterface einigermaßen gut bedienen lässt. Werde ich mir vielleicht auch mal anschauen, danke.

    Google Reader scheint mir allerdings dasselbe zu sein wie Bloglines und kommt mir alleine schon wegen des Namens nicht in die Tüte. Da bin ich voreingenommen. :)

  3. 26. Januar 2010, 13:44 | #3

    @Konrad
    Achso nimm bei Bloglines am besten die beta Seite also: https://beta.bloglines.com

    GoogleReader ist eben im Vergleich zu bloglines, schneller – vorallem bei unbekannteren / kleineren Feedquellen. Bloglines vorallem wohl auch weil ich die beta verwende ist ganz leicht bugi aber für mich war es denoch besser als Googel. Ansonsten versuche ich auch Googel zu meiden wenn es geht :)

    Von Opera bin ich übrigens weg weil ich bei mehr als 100 Feeds die Übersicht verloren habe, und ich deswegen bessere Ordnerfunktionen brauche.

    Achja wenn du eine FeedListe aus bloglines Expotieren willst, musst du dich übers normale bloglines anmelden und nicht über beta, sonst suchts du evtl auch so lange danach wie ich :)

  4. 26. Januar 2010, 14:47 | #4

    Naja, ganz so viele Feeds habe ich dann doch nicht. Und wenn das Menü länger wurde als das Browserfenster hoch, habe ich immer mal angefangen, auszusortieren. Manchmal findet man ja einen interessanten Blog, der sich aber erst nach einer Weile als tot erweist. Ich selber habe nie einen anderen Feedreader gehabt, allerdings habe ich mir sagen lassen, dass es schlechtere gibt. (Wobei der von Opera eigentlich recht simpel ist…)

    Außerdem muss ich sagen, dass feed2imap nicht das nonplusultra ist. Zum einen schaue ich jetzt seltener in den Thunderbird, weil ich immer denke “wird eh nur ein neues Feed sein” und zum anderen ist es aufwändiger, neue Feeds hinzuzufügen. Von daher bin ich gespannt, was Bloglines bieten.

    Bleiben noch die Chatlogs zu synchronisieren. :confused:

  5. 29. Januar 2010, 13:36 | #5

    Das Problem kenne ich bei Opera….gefühlte 10mal hat der mir alle meine Feeds zerschossen in der Alpha 10er Version.
    Mich in die Hände eines Drittanbieters wollte ich mich aber auch nich legen.
    TinyTinyRRS genügt nicht meinen ansprüchen, also hab ich selber einen Planet aufgezoge.
    planetplanet.org
    planet.osuv.de
    ;-) So hab ich meine Feed immer und überall.

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